Android Konsole Ouya

Android  Konsole  Ouya

Indie-Fans bekommen ihre eigene Konsole, eini­ge haben sie bereits. Wir fassen die Eindrücke der ersten Begegnungen mit der neuen Indie- Plattform zusammen.

 

Gerade mal so groß wie ein Kaffeebecher und angeblich so smart wie das Telefon in der Hosentasche: Im mächtigen Schatten der Konsolenriesen, die heuer ihre nächste Gerätegeneration vorstellen, erhalten dieser Tage die ersten Besteller die neue Spielekonsole Ouya. Und obwohl das Android-Gerät im Vergleich zu Playstation 4, Xbox 360 und Co beinahe bedeutungslos scheint, möchten die Ent­wickler mit ihr die Spielewelt revolutionieren. Dem ersten Prototyp fehlt scheinbar allerdings noch Feintuning.


 

Finanziert von Fans

Nie ergab die Aussage »von Spielern für Spieler« mehr Sinn als bei der neu­en Spielekonsole Ouya. Denn das Geld, mit dem die Entwicklung und die Pro­duktion des Geräts finanziert wurde, stammt von Spielern und Programmie­rern auf der ganzen Welt. Die hatten über einen gewissen Zeitraum hinweg die Möglichkeit, das Projekt mit großen und kleinen Beträgen zu unterstützen. Das Konzept nennt sich Crowdfunding. Am Ende erhielt Ouya über die Crowd- funding-Plattform Kickstarter eine Fi­nanzspritze von 8,6 Millionen Dollar – neunmal mehr als eigentlich angepeilt. Allein dieser Erfolg verschaffte dem Projekt über die Fachmedien hinaus viel Aufmerksamkeit.

Lediglich rund 100 Dollar soll sie kosten, wenn sie im Juni in den Handel kommt, Mitfinanzierer bekommen schon jetzt nach und nach ihre Ouya – allerdings ein Vorab-Exemplar. Die kleine, würfelförmige Konsole und der eigens dafür designte Controller sind also unter Umständen im Moment noch nicht ganz final. Genau wie die Software: Das Hauptmenü wirkt den ersten Berichten zufolge noch unfertig und stark an das aktuelle Microsoft-Design angelehnt, die Eingaben des Controllers kommen an der Konsole teilweise nur mit Verzögerung an. Umstritten ist auch die derzeitige Lage beim Einkauf über den integrierten Store: Ohne Nachfrage und zusätzliche Passworteingabe soll hier auf Knopfdruck ein Spiel abgerechnet werden.

 

Keine klassische Core-Zielgruppe

Grafik spielt bei der Ouya aber sowieso nur eine untergeordnete Rolle, das sollten alle Interessenten wissen. Die Konsole im Wett­bewerb mit den drei Großen zu sehen, ist wie einen Twingo mit einem PS-Monster wie den Bugatti Veyron Super Sport zu verglei­chen. Die Ouya spricht nämlich in erster Linie Gelegenheitsspieler und Fans von Retro- und Free2Play-Titeln an. Eine gemeinsame Schnittmenge mit Xbox und Co dürfte Ouya immerhin im Bereich der Arcade- und Indie-Marktplätze finden. Entsprechend sieht auch das Spieleangebot auf der Ouya aus: In erster Linie finden wir dort momentan Umsetzungen von Android­Spielen (die man oft auch von Apples iOS kennt). Schon weit vor dem offiziellen Start der Konsole gibt es knapp über 100 Spiele, viele davon allerdings nur schlampig oder gar nicht angepasst: Eini­ge nutzen den Controller nicht optimal, bei anderen stimmt das Bildformat nicht.

 

 

Eine offene Plattform

Wie viel am Ende von der Idee übrig bleibt, eine komplett offene, hackerfreundliche Konsole zu veröffentlichen, bleibt abzuwarten. In Teilen haben die Macher ihr Versprechen aber anscheinend be­reits eingelöst: Per Root-Zugriff werden etwa die Dateien auf der Konsole offengelegt. Bei allen anderen Konsolen funktioniert das aus Sicherheitsgründen nicht. Um zu zeigen, dass Ouya eine offene Plattform ist, haben die Entwickler auch die Blueprints veröffentli­cht, mit deensich Fans mithilfe eines 3D-Druckers ein eigenes, indi­viduelles Gehäuse basteln können. Ohne viel Aufwand lässt sich die Hardware der Android-Konsole per Schraubenzieher aus der Origi­nalhülle befreien und dann in die neue Haut verpflanzen.

 

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