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Eines schönen Tages im Jahre 2010 saßen SIMPLE PLANs Pierre Bouvier und Chuck Comeau im Studio – auf der Suche nach den Lyrics zu einem Song, den sie auf ihrem neuen Album „Get Your Heart On!” einbinden wollten.

Es sollte nicht nur ein Stück werden über die emotionale Macht, die Musik auf das Leben haben kann, sondern auch über die Gefühle, die jene abertausend E-Mails durchzogen, die Monat für Monat in ihrem Montrealer Hauptquartier eintrudelten – von Fans aus aller Welt, die davon berichteten, was ihnen die Musik von SIMPLE PLAN bedeutet. „Diese Briefe waren ziemlich überwältigend und bewegend, also wollten wir jenen Fans unseren Respekt dafür zollen“, blickt Bouvier zurück. „Wir saßen dort und fragten uns ‚Was glaubst du, was würden sie sagen?’, worauf Chuck meinte ‚Warum fragen wir sie nicht einfach selbst?’“ Schließlich wurde folgende Nachricht auf Comeaus Twitter-Account gepostet: „Wir haben uns entschlossen, einen Song über euch zu schreiben – könnt ihr mir sagen, welche Gefühle unsere Musik in all den Jahren bei euch ausgelöst hat?“

„Schon nach wenigen Minuten kamen die ersten Reaktionen“, erinnert sich Comeau an jenen denkwürdigen Moment. „Es war eine Sintflut, ein Hurrikan von Antworten.“ Auf diesen Tweets basierend, konstruierten Bouvier und Comeau den vielleicht ersten Song, der je ausschließlich über Twitter entstanden ist: den ergreifenden Album-Abschluss „This Song Saved My Life“. „Jedes einzelne Wort stammt aus den hunderten von Nachrichten, die wir von unseren Fans bekamen“, so Comeau. Er ist als Anerkennung der loyalen Seelen aus aller Welt gedacht (von denen 25 in einem Studio in Vancouver zusammenkamen und Vocals für den Track beisteuerten, nachdem die Band eine Einladung dazu getweetet hatte), die dem kanadischen Quintett seit seiner Gründung im Jahr 1999 treue Gefolgschaft leisten – über drei Studio- und zwei Live-Alben sowie Gastreisen in fast jeden Winkel dieser Welt (wie zum Beispiel Russland, Israel, Polen, Jakarta, Estland, Südafrika oder die Philippinen) und natürlich ausgiebige und -verkaufte Headliner-Touren in den USA und ihrer Heimat Kanada.

SIMPLE PLANs Verbindung zu ihren Fans lässt sich gut mithilfe einiger ihrer Hit-Singles beschreiben: „I’d Do Anything“, „Addicted“ und „Perfect“ von ihrem 2002er Doppel-Platin-Debüt „No Pads, No Helmets…Just Balls“, „Welcome To My Life” und „Untitled (How Could This Happen To Me?)” vom 2004er Platin-Album „Still Not Getting Any…“ sowie „When I’m Gone” und „Your Love Is A Lie” aus dem selbstbetitelten „Simple Plan“-Album von 2008, das in Mexiko, Brasilien, Japan und Kanada in den Top3 debütierte, in Hongkong, Schweden, Österreich, Schweiz, Australien und Deutschland in den Top10 sowie in Spanien, Finnland und Frankreich in den Top20 einstieg. Alles in allem haben SIMPLE PLAN fast vier Millionen Alben in Nordamerika und über siebeneinhalb Millionen weltweit verkauft.

Nun kehrt die Band mit „Get Your Heart On!“ zurück – einem wunderbar spaßigen, endlos melodischen Stück poppigen Modern Rocks, bei dem SIMPLE PLAN zur aufgedrehten Energie von „No Pads…“ und „Still Not Getting Any…“ zurückfinden, nachdem sie auf ihrem letzten Album einen kleinen Abstecher zu einem dunkleren, beatlastigeren Sound genommen haben.

„Wir lieben und sind sehr stolz auf unser drittes Album, und ich habe nach wie vor das Gefühl, dass es das Album war, das wir zu dem Zeitpunkt machen mussten, weil wir einfach etwas anderes ausprobieren wollten“, erklärt Bassist David Desrosiers. „Doch nun ist es an der Zeit, zu den energetischen Songs zurückzukehren. Es hat uns wirklich in den Fingern gejuckt, wieder ein paar schnelle Tempo-Songs zu schreiben, zumal die auch live unglaublich viel Spaß machen.“

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Einer der ersten Songs, der für „Get Your Heart On!“ geschrieben wurde, war der Opener „You Suck At Love“. Dessen eingängige Melodie im Chorus und ironische Pointe fanden sofort Anklang bei den Fans, als die Band den Song während einer Reihe denkwürdiger Auftritte im Rahmen der letztjährigen Bamboozle Roadshow vorstellte, und er wurde zu einem Schlüsselerlebnis des neuen Albums.

Gitarrist Sébastien Lefebvre erklärt: „Diese Band erwacht auf Tour zum Leben, dort haben wir uns alles bei unseren Fans erarbeitet. Wir wollten diese Energie beibehalten, viel Spaß mit den Songs haben und sichergehen, dass das auch rüberkommt, wenn wir sie live spielen. Als wir ‚You Suck At Love’ bei diesen Shows spielten, hat sich das einfach richtig angefühlt. Also dachten wir, dass es dieses Mal nett wäre, ein paar mehr dieser Songs zu haben, die dich direkt ins Gesicht treffen. Dieser Gedanke wurde zu einer Art Motto, als wir das Album schrieben.“

Was natürlich nicht bedeuten soll, dass „Get Your Heart On!“ musikalisch eintönig wäre: „Summer Paradise“ (featuring den somalisch-kanadischen Rapper K’naan) ist eine trällernde, reggaelastige Nummer, „Gone Too Soon“ hingegen eine innige Piano-Ballade. Wie bei jedem SIMPLE PLAN-Album halten sich auch hier bedächtige und langsame Songs die Waage mit lauten und gröberen Stücken, von denen es auf diesem Album eine Menge gibt. Produziert von Brian Howes (Puddle of Mudd, Boys Like Girls), zeigt sich „Get Your Heart On!“ vollgepackt mit Hochgeschwindigkeits- und überladenen Songs wie „Loser Of The Year“, „Last One Standing“, „Freaking Me Out” (featuring Alex Gaskarth von All Time Low) und „Can’t Keep My Hands Off You”, den Bouvier und Comeau zusammen mit einem ihrer musikalischen Helden, Rivers Cuomo, schrieben, der auch auf dem Track zu hören ist. Bouvier gesteht: „Mit Rivers zu arbeiten und ihn tatsächlich bei ‚Can’t Keep My Hands Off You’ dabei zu haben, ist für uns wie ein Traum, der wahr geworden ist.“ Weitere Highlights des Albums sind die Hände-in-die-Luft-Arena-Hymnen „Anywhere Else But Here“ und „Astronaut“ sowie „Jet Lag“, ein aufwühlendes Duett mit der britischen Popsängerin Natasha Bedingfield.

„Jet Lag“, in dem es um den Tribut geht, den Entfernung einer Beziehung abverlangt, und „Astronaut“, das vom Gefühl der Isolation und der Sehnsucht nach jemandem, der einen versteht, handelt, sind starke Beispiele dafür, wie SIMPLE PLAN sich lyrisch weiterentwickelt haben, indem sie die emotionale Identifikation bewahren, die zum Trademark der Band geworden ist, und gleichzeitig unter Beweis stellen, wie hingebungsvoll die Band der Kunst des Songwritings frönt. „Für uns ist ‚Astronaut’ eher ein nüchterner, tiefer Song“, stellt Bouvier fest. „Er ist ein ziemlich essentieller Track für unsere Band und dieses Album, weil er davon handelt, was unsere Fans fühlen – nämlich dass sie mit Menschen in Kontakt treten wollen, die ähnlich ticken wie sie selbst.“

Die Band ist davon überzeugt, das Beste aus sich herausgewrungen zu haben, indem sie den Schreibprozess diesmal ein wenig anders angegangen ist. „Für unser zweites Album haben wir zwölf Songs geschrieben, und jeder davon war letztlich darauf enthalten“, erklärt Comeau. „Wir hatten vermutlich Ideen für 40 Songs, haben sie aber nie fertiggestellt. Dieses Mal hingegen haben wir uns gezwungen, jede unserer Ideen zu Ende zu bringen, und hatten so am Ende ungefähr 70 Songs am Start.“ Diese kürzte die Band auf 30 runter, bevor sie schließlich elf auswählten, die nun auf „Get Your Heart On!“ enthalten sind.

„Wir haben jeden Song so behandelt, als wäre er eine potenzielle Single“, so Gitarrist Jeff Stinco, „daher brauchten wir auch etwas länger für dieses Album als wir ursprünglich geplant hatten. Doch das war es absolut wert, denn es gibt nicht eine einzige Sache, die wir im Nachhinein daran ändern würden. Alles, was wir hatten, haben wir in dieses Album gesteckt.“

„Wir sind wirklich stolz auf dieses Album“, stimmt Bouvier mit ein. „Und ich denke, dass es unsere Fans ebenfalls lieben werden. Gestern haben wir uns ‚Get Your Heart On!’ noch einmal komplett angehört, und danach habe ich getweetet ‚Ich kann es kaum abwarten, bis ihr dieses Album hört – denn es wird euch schlichtweg umpusten.’“
Tracklisting

– You Suck At Love
– Can’t Keep My Hands Off You (feat. Rivers Cuomo)
– Jet Lag (feat. Natasha Bedingfield)
– Astronaut
– Loser Of The Year
– Anywhere Else But Here
– Freaking Me Out (feat. Alex Gaskarth)
– Summer Paradise (feat. K’Naan)
– Gone Too Soon
– Last One Standing
– This Song Saved My Life

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