Kleines Indie-Spiel ganz groß: In den circa 33 Megabyte von Terraria steckt mehr Spielwitz als in vielen Gigabyte-schweren Vollpreis-Titeln.

 

Ganze 33 Megabyte ist der Terraria -Download klein. »So sieht’s ja auch aus«, wirft der nervige Schlaubi-Schlumpf ein, der irgendwo in unserem Oberstübchen haust. Und wir können nicht widerspre­chen. Die Pixel-Optik im Super-Nintendo-Stil ist so attraktiv wie ein überfahrener Iltis. Nostalgiker mögen dem Look einen gewissen Retro-Charme abgewinnen, aber objektiv muss man sagen, dass Terraria selbst für einen Indie-Titel ausgesprochen morsch aus­sieht. Dem Spielspaß jedoch tut das keinen Abbruch, denn hinter der hoffnungslos veralteten Aufmachung versteckt sich ein echtes Suchtspiel.

 


 

Oder wie wir da hingekommen sind. Mit einer Geschichte hält sich Terraria erst gar nicht auf, statt- dessen wirft es den Spieler in einen riesigen Sandkasten und lässt ihn nach Herzenslust buddeln, erkunden und bauen. Wem jetzt ein Klötzchen-förmiges Glühbirnchen über dem Kopf aufleuchtet, der interpretiert richtig: Terraria ist stark von dem blockigen Indie- Hit Minecraft inspiriert. Aber trotzdem mehr als nur eine schnöde 2D-Kopie, auch wenn sich der Spieleinstieg sehr ähnelt. Zu Beginn stehen uns dazu lediglich eine Axt und eine Spitzhacke zur Verfü­gung. Erste Amtshandlung: Ein paar Bäume fällen und anschlie­ßend ein Haus bauen. Dazu hüpfen wir im Stile eines Jump&Runs zur nächstbesten Pixel-Eiche und hacken via Schultertaste drauf­los. Ganz ähnlich verfahren wir mit den ersten Gegnern: herumhop­sendem Grünschleim, der nach ein paar Hieben mit der Spitzhacke zerplatzt und Klimpergeld sowie Gelatine fallenlässt. Auch der Hausbau erinnert frappierend an Minecraft. Blockweise setzen wir Mauern, Hintergrundwände und Einrichtungsgegenstände und kön­nen – ausreichend Material vorausgesetzt – die gewaltigsten Bau­werke errichten.

 

Mit einem Druck auf den rechten Analog-Stick wechseln wir in einen Cursor-Modus, der präzises Setzen und Ab­bauen von Blöcken ermöglicht. Mit LB und RB schalten wir wie bei der Xbox 360-Variante von Minecraft durch die verfügbaren Objekte. Weil die Häuser dabei aber 2D-bedingt notgedrungen flach bleiben und Terraria interaktive Elemente wie Schienen, Strom oder Schal­ter weitgehend fehlen, ist das Bauen simpler als im großen Vorbild Minecraft und entfaltet entsprechend weniger Langzeitmotivation. Terraria legt seinen Schwerpunkt auf die Elemente, bei denen Mine- craft vergleichsweise schnell die Puste ausgeht, nämlich auf das Erkunden der Spielwelt, auf das Erstellen immer neuer Waffen und Gegenstände und aufs Kämpfen. Wie in Minecraft wimmelt es nachts und in Höhlen von allerhand Getier, sodass bessere Aus­rüstung nottut, um langfristig zu Überleben; vor allem, je tiefer man in die wahrlich gigantisch große Unterwelt vorstößt.

 

 

Ständig neue Entdeckungen

Trotz des simplen Spielprinzips nutzt sich Terraria einfach nicht ab. Auch nach 20 Stunden entdecken wir irgendwo noch irgendwas, das uns zum Weiterspielen motiviert. Ob wir nun beim Buddeln über eine Schatztruhe mit einer besonders mächtigen Waffe stolpern, uns zur Abwechslung in den Himmel bauen und dort auf schwe­bende Inseln stoßen oder nützliche NPCs wie den Händler oder eine Krankenschwester für unsere Siedlung anlocken, indem wir ihnen Häuser bauen

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