Der britische Sänger, Gitarrist und Songwriter Ian Kevin Curtis war bekannt für seine depressive Musik, die die Band Joy Division weltberühmt machte.

Jedoch waren seine Ängste und Depressionen, die sich stark in seiner Musik äußerten, schlussendlich auch sein Verhängnis. Nach Tod durch Suizid, rankten sich noch Jahre Legenden um den Musiker. Einen guten Einblick in sein Leben bietet die Biografie “Control” von Regisseur Anton Corbijn. Durch die gelungene Schwarz/Weiß-Optik offenbart sich das Werk als düstere und zugleich melancholische Hommage an ein Idol, das eine ganze Generation mitgeprägt hat. Der Film skizziert das Leben des jungen, charismatischen, aber innerlich zerrissenen Musikers Ian Curtis, des Kopfes von Joy Division, einer bedeutenden englischen Band, die den Übergang vom Punkrock Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre zum Post-Punk in Großbritannien mitgestaltete, bis zu seinem Tod durch Suizid am Vorabend des Aufbruches zur ersten Amerika-Tournee.


Das Drehbuch basiert teilweise auf dem Buch Touching From a Distance von Curtis‘ Witwe Deborah, die auch Co-Produzentin des Films ist. Der Film stellt nicht die Verfilmung des Buches dar, denn für die Abfassung des Drehbuches wurden ergänzende Gespräche mit damals Beteiligten geführt, zu denen auch Annik Honoré zählt. Sie war damals die Geliebte von Curtis und hatte sich zuvor nie zu den Geschehnissen geäußert. Der Film Control ist das Filmdebüt von Star-Fotograf Anton Corbijn, der vorher stilprägende Videos unter anderem für Depeche Mode, Nirvana, U2 und Herbert Grönemeyer, der in einer Szene als Arzt zu sehen ist, gedreht hat. Den Part von Ian Curtis übernimmt der weitgehend unbekannte Sam Riley. Die zweifach Oscar-nominierte Schauspielerin Samantha Morton spielt Deborah Curtis, und Annik Honoré wird von Alexandra Maria Lara dargestellt.

 

 

Dass Corbijn für seinen ersten Spielfilm die Vita des tragischen Sängers wählte, ist nicht ganz zufällig. Die erste Plattenveröffentlichung von Joy Division veranlasste den damals jungen Fotografen, seinerseits den Kontakt zur Gruppe zu suchen und letztlich dorthin zu gehen, wo seiner Auffassung nach „die Musik“ stattfand. Der Film eröffnete am 17. Mai 2007 die 39. Ausgabe der Director’s Fortnight, eines unabhängigen Teils der Filmfestspiele von Cannes, der von der Gesellschaft der französischen Regisseure organisiert wird, und bekam durchweg positive Kritiken. Anton Corbijn präsentierte seinen Film im Rahmen der Cologne Conference am 28. September 2007 als deutsche Festivalpremiere in Köln; am 10. Januar 2008 startete der Film synchronisiert und als OmU mit 46 Kopien gut in den deutschen Kinos und landete auf Platz 14 der meistgesehenen Filme mit 25.000 Zuschauern am ersten Wochenende.

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