Deep Purple

ist eine im April 1968 gegründete englische Rockband. Mit ihrem Stil, der vom Klang der Hammond-Orgel, markanten Gitarrenriffs, Improvisation und treibender Rhythmusarbeit geprägt ist, zählt sie zu den ersten und einflussreichsten Vertretern des Hard Rockund des Heavy Metal. Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete Deep Purple 1975 dank ihrer 10.000 Watt starken Marshall-PA-Anlage, die bis zu 117 dB erreichte, als „lauteste Popgruppe der Welt“ (Loudest Pop Group).

Im Verlauf der von zahlreichen Besetzungswechseln geprägten Bandgeschichte erfolgten dabei auch musikalische Neuausrichtungen. Im Frühwerk der Band stehen Psychedelic Rock und Bluesrock („Hush“) neben Annäherungsversuchen zwischen Rockmusik und Klassik („Anthem“, „April“). Stilprägenden Einfluss hinterließen dann jedoch vor allem die Besetzungen der 1970er Jahre, deren Schaffen prägnante Hard-Rock-Songs mit eingängigen Riffs wie „Smoke on the Water“ und „Highway Star“ einschließt, aber auch von besonderer Improvisationsfreude geprägt ist. Diese äußert sich einerseits in Titeln von ungewöhnlich langer Spieldauer wie „Child in Time“, andererseits bei den Live-Darbietungen der Songs, wie „Space Truckin’“, die gegenüber den Studioversionen wesentlich in ihrer Länge ausgedehnt wurden. Die Besetzungen seit der Wiedervereinigung in den 1980er Jahren orientieren sich musikalisch an dieser erfolgreichsten Phase der Band, seit den frühen 1990er Jahren verstärkt unter Hinzunahme poppiger Elemente.

 

Gründung und erste Erfolge

Deep Purple entstand, als die Londoner Geschäftsleute Tony Edwards und John Coletta 1967 beschlossen, in eine Rockband zu investieren, und Jon Lord mit der Gründung einer Rockgruppe beauftragten. Aus der Band „Roundabout“, die sich damals aus Ritchie Blackmore, Jon Lord von den „Flowerpot Men“, Chris Curtis (Gesang, Ex-„Searchers“-Schlagzeuger), Dave Curtiss (Bass) und Bobby Woodman (Schlagzeug) zusammensetzte, bildete sich im April 1968 nach dem Ausscheiden von Curtis, Woodman und Curtiss, Deep Purple. Die Besetzung war vorher durch Rod Evans (Gesang), Ian Paice (Schlagzeug) (beide Ex-„The Maze“) sowie Nick Simper (Bass) vervollständigt worden.

Auf den neuen Namen „Deep Purple“ kam die Band nach einer kurzen Tour durch Skandinavien. Der Name lässt sich zwar aus dem Englischen als „tiefes Purpur“ übersetzen und gilt dort als Slangbegriff für LSD, tatsächlich bezieht sich der Name jedoch auf den Swing-Song Deep Purple („When the Deep Purple Falls…“) von Peter DeRose, der als Jazz-Standard gilt und unter anderem durch die Interpretation von Artie Shaw bekannt ist.

Die Band spielte in der Mark-I-Besetzung drei Alben ein.

Das Debütalbum Shades of Deep Purple aus dem Jahr 1968 zeigte eine Mischung verschiedener musikalischer Ansätze, die mit der „typischen Deep-Purple-Musik“ der 1970er Jahre noch wenig Verwandtschaft zeigt. Das Album selbst wurde innerhalb von nur drei Tagen aufgenommen. Der noch an der Popmusik der Beatles orientierte Sound war in seiner „Härte“ für die damalige Zeit teilweise ungewöhnlich. Er wird daher von Kritikern als Grundlage für die Entwicklung des Hard Rocks und späteren Heavy Metals angesehen. Das Album enthält neben eigenen Songs auch einige Coverversionen, unter anderem Help! von den Beatles, Jimi Hendrix’ Hey Joe und das von Joe South geschriebene Hush. Mit Letzterem hatte die Band ihren Durchbruch in den USA, wo die Single Platz 4 der Charts erreichte. Am 6. Juli trat die Band im Vorprogramm der Byrds erstmalig auf britischem Boden auf.

Noch im gleichen Jahr wurde das zweite Album The Book of Taliesyn veröffentlicht, das teilweise auch Merkmale des Progressive Rock, sowie die später oft verwendeten klassischen Zitate aufweist (hier in einer Kurzversion von Beethovens zweitem Satz seiner siebten Sinfonie in Exposition). Ein Beispiel für die Verwendung klassischer Instrumente und Formen ist der Mittelteil von Anthem, in dem ein vierstimmiges Fugato der Streicher erklingt. Kritiker wie die Zeitschrift Disc & Music Echo lobten, obwohl sie auf dem „leicht enttäuschenden Album“ den wirklichen „Kick“ vermissten, den „Sinn der Band für Dynamik, sowie die Verbindung instrumentaler Passagen mit bekannten Themen“.  Nach der Veröffentlichung tourte Deep Purple als Vorgruppe von Cream, und danach „auf eigene Faust“, durch die USA.

 

Deep Purple nach 2000

2001 erkrankte Jon Lord während einer Tournee, so dass die Band kurzzeitig Don Airey für ihn engagierte, der schon mit Ozzy Osbourne, Jethro Tull, Gary Moore und Rainbow gespielt hatte. Im März des folgenden Jahres beschloss Lord seinen Ausstieg bei Deep Purple, um sich einer Solokarriere widmen zu können. Nach den positiven Erfahrungen auf der vorangegangenen Tour verpflichtete man Airey als „hauptamtlichen“ Keyboarder.

In diesem Line-up wurde 2003 das Album Bananas veröffentlicht. Die Aufnahme von Airey wurde von vielen Seiten als Bereicherung aufgefasst, man nahm den „frischen Wind“, den er in die Band und in das Songwriting gebracht habe, sehr wohlwollend auf. Es bietet mit Titeln wie dem an Dire Straits erinnernden „Walk On“, oder dem lateinamerikanisch angehauchten „Doing it Tonight“ nicht nur den gewohnten „Purple-Sound“. Die Hi-Fi-Zeitschrift Stereoplay rezensierte es als „ein herzerfrischend und unkompliziertes, schlackenfreies Rock-Album mit starken Riffs und einem Gesang, der immer noch seinesgleichen in der Szene sucht.“

Deep Purple trat im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte am 2. Juli 2005 in Barrie auf. Im Oktober 2005 erschien das Studioalbum Rapture of the Deep. Es folgte eine Welttournee Anfang 2006 (in Deutschland zusammen mit Alice Cooper). Ebenfalls Anfang 2006 erschien die 4-CD-Box Live Across Europe 1993, die zwei komplette Konzerte (Stuttgart und Birmingham, England) der letzten Deep-Purple-Tour in der Mk-II-Besetzung enthält. Im Jahr 2008 jährte sich die Gründung der Band zum vierzigsten Mal. Im Februar 2008 trat Deep Purple beim 15. Betriebsjubiläum des russischen Energiekonzerns Gazprom auf. Am 16. Juli 2012 starb der langjährige Keyboarder und Gründungsmitglied Jon Lord an den Folgen einer Krebserkrankung.

 

Discografie:

Albums

Shades Of Deep Purple

◄ (43 versions)

Tetragrammaton Records 1968

The Book Of Taliesyn

◄ (35 versions)

Tetragrammaton Records 1968

Deep Purple

◄ (38 versions)

Tetragrammaton Records 1969

In Rock

◄ (74 versions)

Harvest, EMI 1970

Deep Purple & Royal Philharmonic Orchestra, The, Malcolm ArnoldConcerto For Group And Orchestra ◄ (32 versions)

Harvest 1970

Fireball

◄ (56 versions)

Harvest, Harvest 1971

Made In Japan

◄ (70 versions)

Purple Records 1972

Machine Head

◄ (87 versions)

Purple Records 1972

Who Do We Think We Are

◄ (42 versions)

Purple Records 1973

Pop Spectacular Featuring Deep Purple

(LP)

BBC Transcription Services 1973

Stormbringer

◄ (34 versions)

Purple Records 1974

Burn

◄ (44 versions)

Purple Records, EMI Records Ltd. 1974

Come Taste The Band

◄ (32 versions)

Purple Records 1975

Made In Europe

◄ (31 versions)

Purple Records 1976

Last Concert In Japan

◄ (19 versions)

Warner Bros. Records 1977

In Concert

◄ (19 versions)

Harvest 1980

Live In London

◄ (15 versions)

EMI Electrola 1982

Perfect Strangers

◄ (30 versions)

Polydor 1984

The House Of Blue Light

◄ (30 versions)

Polygram 1987

Scandinavian Nights (Live In Stockholm 1970)

◄ (6 versions)

Connoisseur Collection 1988

Nobody’s Perfect

◄ (19 versions)

Polydor, Polydor 1988

Slaves And Masters

◄ (23 versions)

RCA 1990

In The Absence Of Pink – Knebworth 85

◄ (3 versions)

Connoisseur Collection 1991

Deep Purple and the Orchestra Of The Light Music Society conducted by Malcolm ArnoldGemini Suite ◄ (5 versions)

RPM Records (2) 1993

The Battle Rages On…

◄ (8 versions)

RCA 1993

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