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Zwei Jahre nach Release ihres Meisterwerks „Diamond Eyes“ melden sich die Grammy-ausgezeichneten US-Alternative Rocker in alter, neuer Stärke mit ihrem brandneuen Longplayer zurück! Das mittlerweile 7. Studioalbum von Frontmann Chino Moreno und Co. hört auf den ungewöhnlichen Namen „Koi No Yokan“ und präsentiert sich als weiterer Emotions-Hurrikan aus dem Hause Deftones!

Schon mit dem 1. Tag ihrer Bandgründung lebt der unverwechselbare Deftones-Sound vom Wechselspiel der Extreme. Statt sich in eindimensionalen Sackgassen zu verfangen, sind die Kalifornier schon immer zwei völlig unterschiedliche stilistische Wege gegangen, um ihren einzigartigen Hybrid-Rock zu kreieren. Seit dem Release des 1995er Debütmeilensteins „Adrenaline“ verbindet das eingespielte Team aus Sacramento mit beispielloser Detailverliebtheit seine wohldosierten Aggressionsausbrüche mit hypnotischen, träumerischen, fast gespenstischen Psychedelic- und Shoegaze-Elementen zum typisch Deftones`schen Breitwandrock. Mit seinem Platin-ausgezeichneten Hitparadenstürmer „White Pony“ perfektionierte man im Jahr 2000 die düstere Atmosphäre und Schwere von Bands wie The Cure oder Slowdive mit hausgemachter Heavyness zu einem wahren Alternative Rock-Gesamtkunstwerk. Seither haben sich die Deftones stetig weiter entwickelt, sind ihrem Experimentierdrang gefolgt und legen heute mit „Koi No Yokan“ ihr definitiv spannendstes, melodischstes, explosivstes und nicht zuletzt euphorischstes Werk vor!

Mit dem Wort „Stimmungsschwankungen“ könnte man „Koi No Yokan“ (aus dem Japanischen grob mit „Liebe auf den ersten Blick“ zu übersetzen) im besten Sinne beschreiben, reicht die stilistische Spannweite doch diesmal von einer äußeren Grenze zur anderen. Von eher verträumten Stimmungen zu alles pulverisierenden Temperamentsexplosionen – und das oftmals mehrfach innerhalb eines einzelnen Songs! Heavy Feuerwerk Galore! „Uns war es besonders wichtig, sicherzustellen, dass die Stücke eine echte Dynamik besitzen“, erklärt Shouter Chino Moreno das Konzept. „Ich liebe Stephens (Carpenter) aggressive Gitarrenriffs, doch sollte es diesmal diesen besonderen Yin & Yang-Effekt geben – diesen besonderen Wechsel von Härte und Schönheit.“

Die Spannung zwischen den Extremen, die auch auf der ersten Singleauskopplung mit dem bezeichnenden Titel „Tempest“ spürbar wird: Unruhig vor sich hin tröpfelnde Gitarren und der beschwörerische Gesang werden schon nach kurzer Zeit von einer schwarzen Gitarrenflut überrollt und weggespült, während Moreno im unheilvoll-düster brutzelden Refrain die Ankunft uralter Mächte prophezeit. „Als wir mit den Recordings begannen, haben wir Witze über die Vorhersagungen der Mayas gemacht, dass im kommenden Dezember die Welt untergehen soll. In manchen Songs hat sich das niedergeschlagen“, wie auch im Vorabouttake „Leathers“ nachzuhören ist.

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Für „Koi No Yokan“ haben sich die Deftones einmal mehr mit ihrem bestens bewährten Produzenten Nick Raskulinecz (Alice In Chains, Foo Fighters, Rush) in dessen Studio in Los Angeles zusammengetan. Raskulinecz zeichnet ebenfalls für den bombastischen Breitwandsound des 2010er Vorgängers „Diamond Eyes“ verantwortlich. Auf „Koi No Yokan“ hat sich die Band dieselbe eiserne Arbeitsdisziplin wie auf dem Vorgänger zur Prämisse gemacht – und sogar noch ausgebaut. „Es gab einen streng geregelten Arbeitsplan“, so Drummer Abe Cummingham. „Wir haben jeden Tag 7 oder 8 Stunden gemeinsam durchgeackert, anstatt dass jeder für sich an seinen Parts geschraubt hat. Eine extrem effiziente Vorgehensweise.“ Moreno ergänzt: „In der Vergangenheit sah es so aus, dass irgendwer etwas geschrieben und aufgenommen hat, das Wochen oder sogar Monate später von jemand anderem wieder aufgegriffen und ergänzt wurde. Wir hatten komplett verlernt, miteinander zu kommunizieren. Diesmal begannen die Arbeiten zu jedem einzelnen Song damit, dass wir alle im gleichen Raum, zur gleichen Zeit waren und einfach angefangen haben, zu spielen!“

So präsentieren sich die Deftones auf „Koi No Yokan“ als hörbar neu zusammen geschweißte Einheit, die Songs selbst so kompakt und wasserdicht wie nie zuvor. Ebenfalls deutlich spürbar: Der neu gewonnene Optimismus, der sich wie ein roter Faden durch das neue Material zieht. So strotzen Zeilen wie „I’m hypnotized by your name/ I wish this night would never end“ („Romantic Dreams“) oder „From the day you arrived/ I remain by your side“ („Entombed“) gerade zu vor positiven Vibes. Über die Lyrics der aktuellen Single „Tempest“ sagt Chino: „Ich spreche in dem Song darüber, die Belohnung oder der Preis von jemandem zu sein, die er immer in seiner Nähe haben möchte. Es geht sowohl darum, sich lebendig zu fühlen, als auch darum, in einer Art Stillstand gefangen zu sein. Darum, jemandes Besitz zu sein, sich aber sehr wohl in dieser Situation zu fühlen.“

Jedoch besteht Mr. Moreno darauf, den aus dem Japanischen mit „Liebe auf den ersten Blick“ zu übersetzenden Titel nicht allzu wörtlich zu nehmen. „Es hat mehr mit diesem Kitzel zu tun, den man manchmal hat. Der Titel spiegelt ein wenig die Gefühle wieder, die wir während der Arbeiten an dieser Platte hatten“, so der Bandchef. „Koi No Yokan“ – mal alles nieder walzend, wie eine Naturgewalt. Im nächsten Augenblick schon fast wieder zerbrechlich und anmutig schön. Stürmisch und leidenschaftlich wie die Liebe. Liebe auf den ersten Blick eben. Und beim ersten Hören sowieso.

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