Megadeth – Endgame

Es kommt nicht oft vor, dass ein Musiker mit dem konfrontiert wird, was ihn einst unsterblich gemacht hat. „Endgame“ ist genau dieser Moment für Dave Mustaine und MEGADETH. 

Es ist das Album, welches dahin zurückgeht, wo einst seine bedeutende Karriere begann, um nicht nur Standards im Hard Rock und Metal zu erfüllen, sondern sie neu zu definieren. Auf „Endgame“ wüten MEGADETH wieder herrlich destruktiv und mit der wiedergewonnenen Präsizion einer lasergesteuerten Rakete.

“After the smoke had cleared from personnel and label changes, I knew that regaining respect for me and for Megadeth was going to be a huge undertaking,” erklärt Mustaine MEGADETH’s ‘Wiederaufbau’. “It was much like trying to turn a battleship — no, more like an aircraft carrier– around.”

Auftrag erfüllt! Denn “Endgame” ist zweifelsohne das Extremste, was MEGADETH jemals aufgenommen haben. Der signifikante Albumtrack “Head Crusher” dient so nicht nur als Weckruf für alte Fans, sondern auch dazu, einer neuen Generation Mustaine & Co.s unverkennbaren Sound näherzubringen und somit an die Spitze der heutigen Metalszene zu hieven.

Über die Jahre verkaufte die MEGADETH Maschinerie annähernd 25 Millionen Tonträger. Alben wie “Killing Is My Business…And Business Is Good!”, “Peace Sells…But Who’s Buying?” , “So Far…So Good…So What?” sowie “Countdown to Extinction” sind längst zu True Metal Klassikern avanciert.

Kein Wunder also, dass Mustaine 2008 bei den britischen Metal Hammer Golden Gods Awards zum “Riff Lord” und 2009 bei den Revolver Golden Gods Awards in den USA als “Golden God” gekrönt wurde.

Dave Mustaine hat keinem mehr etwas zu beweisen. Und um ein Album genau nach seinen Vorstellungen aufzunehmen, hat sich Mustaine für die Aufnahmen zu “Endgame” kurzerhand dazu entschieden, in San Marco, Californien sein eigenes Studio zu errichten, welches er in Anlehnung an das totenköpfige Bandmaskottchen Vic Rattlehead,“Vic’s Garage”, taufte. “When we went into the studio last time it was too expensive, too extravagant, too arrogant and I think it made us a little lazy,” berichtet Mustaine.

Andy Sneap, Metal-Produzent und Mixer par excellence sowie Bandvertrauter seit den Arbeiten zu “United Abominations”, kehrte ebenfalls mit ins Studio zurück, um an der Seite von Mustaine das Album mit zu produzieren. Das Ergebnis dieser Metal-Synergie spricht für sich selbst.

“It’s a great relationship,” sagt Mustaine über die gemeinsame Arbeit mit dem renommierten britischen Produzenten, der unter anderem schon für seine Arbeiten mit Killswitch Engage, Opeth und Machine Head bekannt geworden ist. “We had a few intense moments, but that is part of having a real working relationship. I am a better guitarist, singer and producer due to my tremendous respect for Andy and my open ears when he is listening or isn’t listening to my point of view.”

MEGADETHs neue Energie ist nicht zuletzt auf den neuen Gitarristen Chris Broderick zurückzuführen, der mit Schlagzeuger Shawn Drover und Bassisten James LoMenzo, das tighteste Line Up seit Jahren bildet. Bei den Gitarrenkünsten Brodericks gerät sogar Mustaine ins Schwärmen: “With this album, I am also very excited to be introducing my new lead guitarist, Chris Broderick, to the world.

I have always felt lucky to have had top shredders in that position, but after touring with Chris in support of my last album, I couldn’t wait to get into the studio and see what he could do.“

Lyrisch betrachtet ist “Endgame” sehr düster ausgefallen. “The Hardest Part Of Letting Go … Sealed With A Kiss“ beschreibt wie der Erzähler seine Geliebte in eine Wand einmauert, während Broderick von erschreckend schönen akustischen Klängen in die typisch knurrenden MEGADETH Riffsalven wechselt.

Des Weiteren befasst sich Mustaine in seinen Texten mit der vorherrschenden bitteren Realität.

So handeln “Bite The Hand That Feeds” und “The Right To Go Insane” von einer wirtschaftlich entrechteten Nation aus Armen und Reichen. Mustaine ist keineswegs politisch unerfahren. Als selbstbekennender CNN Junkie, berichtete er 1992 für MTV von der National Democratic Convention.

Auf dem Titeltrack “Endgame” zeigt sich Mustaine von seiner dunkelsten Seite. „Thematically, I’ve never been known to be a silent bystander in a world that needs our participation,” so Mustaine.

„Endgame“ ist ein Gesetztesentwurf, der unter George W. Bush in Kraft getreten ist und private Bürgerrechte einschränkt. “It’s a bill that George W. Bush had signed into law that could put an American citizen in a prison, much like a concentration camp,” erzählt Mustaine. Klingt ausgedacht? Keineswegs!

Musikalisch und textlich bleibt Dave Mustaine weiterhin der wahre Ikonoklast des Metal, dessen neues musikalisches Werk mit derselben Intensität überzeugt, auf die auch seine Karriere aufbaut. MEGADETH sind zu den Wurzeln zurückgekehrt. Sie sind zurück im „killing business … and business has never been better“.

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