The Rolling Stones

The Rolling Stones

sind eine 1962 gegründete englische Rockband. Die Band zählt zu den langlebigstenund kommerziell erfolgreichsten Gruppen in der Rockgeschichte.

 

Ende 1961–Mai 1963: Bandgründung und frühe Umbesetzungen

Ende 1961 trafen sich Mick Jagger und Keith Richards auf dem Bahnsteig in Dartford in der Grafschaft Kent. Jagger war auf dem Weg zur London School of Economics und wartete auf den Zug nach London. Richards wollte ebenfalls nach London, zum Sidcup Art College. Die beiden kannten sich aus früheren Schuljahren. Jagger trug Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters unter dem Arm und sie stellten fest, dass sie die Begeisterung für diese Künstler teilten.Sie verabredeten sich, um Musik zu hören und Rock ’n’ Roll und Blues zu spielen.

Mit ihrer ersten gemeinsamen Band übten sie in den Hinterzimmern der elterlichen Wohnungen und nannten sich „Little Boy Blue and the Blue Boys“. Einer der Blue Boys war Dick Taylor,der später Mitbegründer und Gitarrist der Band The Pretty Things war.

Im März 1962 besuchten Mick Jagger und Keith Richards erstmals einen Jazzclub in Ealing, in dem der Bluesmusiker Alexis Korner mit seiner Band Blues Incorporated auftrat. Am 7. April 1962 jammten sie auf der Bühne des Jazz-Clubs in Ealing mit Alexis Korner. Über Korner lernten sie den aus Cheltenham stammenden Gitarristen Brian Jones kennen, der sich damals Elmo Lewis nannte.

Brian Jones fiel als Gitarrist besonders durch seine Bottleneck-Technik auf. Im Juni 1962 bemühte er sich intensiv darum, zusammen mit dem Pianisten Ian Stewart eine eigene Band zu gründen. Er sprach mit Mick Jagger, der Interesse bekundete, in die Band einzusteigen, sofern seine Freunde aus Dartford Keith Richards und Dick Taylor auch dabei wären. Dagegen gab es keine Einwände, so dass sie sich daran machten, ein Repertoire von R&B-Songs einzuüben.

Folgt man den Ausführungen des späteren Rolling-Stones-Bassisten Bill Wyman, so hatte Brian Jones sich bei dem englischen Bandnamen Rolling Stones (wörtlich übersetzt: „Rollende Steine“) von der Zeile “I’m a rollin’ stone” im Muddy-Waters-Blues Mannish Boy aus dem Jahr 1956 inspirieren lassen.Keith Richards dagegen führt die Wahl des Namens auf das ebenfalls von Muddy Waters aufgenommene Stück Rollin’ Stone zurück.Die in den beiden Liedern verwendete Allegorie „rolling stone“, die je nach Kontext sowohl eine positive als auch negative Konnotation haben kann, ging aus dem englischen Sprichwort “A rolling stone gathers no moss.” hervor und bezeichnet eine Person mit unstetem Lebenswandel.

Alexis Korners Blues Incorporated spielten inzwischen zweimal wöchentlich im Londoner Marquee Club. Aufgrund eines Aufnahmetermins bei der BBC mussten sie einen für Donnerstag, den 12. Juli 1962 vereinbarten Auftritt absagen. Als Ersatz vermittelte Alexis Korner die Band um Brian Jones. In der Besetzung Mick Jagger (Gesang), Brian Jones (Gitarre), Keith Richards (Gitarre), Dick Taylor (E-Bass), Ian Stewart (Klavier) und – vermutlich – Tony Chapman (Schlagzeug) kamen die Rolling Stones deshalb an diesem Abend zu ihrem ersten Auftritt im Marquee Club. Inkonsistenzen bestehen in der Überlieferung hinsichtlich des Schlagzeugers. Während unter anderem Bill Wyman angibt, Mick Avory (späteres Gründungsmitglied der Kinks) sei im Marquee der Schlagzeuger der Gruppe gewesen, und Keith Richards in seiner Autobiografie sogar ausdrücklich darauf hinweist, dass Avory und nicht wie oft behauptet Tony Chapman diesen Part übernommen habe, erklärte Avory selbst mehrfach, niemals mit den Rolling Stones aufgetreten zu sein sondern vor dem Konzert im Marquee Club nur zweimal mit diesen geprobt zu haben. Die Gruppe, so Avory, sei auf der Suche nach einem Schlagzeuger gewesen, doch da er zu diesem Zeitpunkt kein Interesse gehabt habe, fest in eine Band einzusteigen, habe er letztlich nicht im Marquee gespielt.Chapman war jedenfalls einer von mehreren Schlagzeugern, die im ersten halben Jahr der Existenz der Rolling Stones mit der Gruppe spielten. Keith Richards bezeichnete ihn 1971 rückblickend als ihren ersten festen, jedoch schlechten Schlagzeuger, der große Schwierigkeiten gehabt habe, das Tempo zu halten.

Außerdem war Tony Chapman Mitglied in Bill Wymans Band und als Dick Taylor Ende 1962 aus verschieden Gründen die Rolling Stones verließ, unter anderem deshalb, weil er nicht auf eine Rolle als Bassist festgelegt sein sondern lieber Gitarre spielen wollte,wandte sich Chapman auf der Suche nach Ersatz an Wyman. Dieser stellte sich daraufhin der Band vor und wurde Taylors Nachfolger am Bass.Chapman schied kurz darauf selbst aus. Im Januar 1963 nahm Charlie Watts, den Jones, Jagger und Richards bereits als Mitglied von Alexis Korners Blues Incorporated kannten und der Dick Taylor zufolge bereits zu seiner Zeit mehrmals mit der Band geprobt hatte,die Stelle des Schlagzeugers bei den Rolling Stones ein. Den ersten Auftritt in dieser Formation hatten die Stones am 12. Januar 1963 im Ealing Jazz Club in London. Inzwischen nannten sie sich The Rolling Stones.

Der erste Manager der Stones, Giorgio Gomelsky, ließ die Gruppe in seinem Crawdaddy Club auftreten, der in den sechs Monaten von April bis September 1963 zu ihrer Basis wurde. Andrew Loog Oldham, der ehemalige Pressesprecher der Beatles, verschaffte der Band einen Schallplattenvertrag bei Decca und wurde ihr neuer Manager. Auf dessen Geheiß verlor im Mai 1963 Ian Stewart seinen Status als Bandmitglied. Andrew Loog Oldham wollte die Rolling Stones als „böse“ Version der Beatles aufbauen und stilisierte sie anfangs als „Droogs“, jugendliche Kriminelle aus Anthony Burgess‘ Roman A Clockwork Orange. Stewart schien ihm nicht in dieses Konzept zu passen. Als Pianist und Roadie blieb er der Gruppe aber bis zu seinem Tod im Jahr 1985 erhalten.

Die so entstandene Besetzung aus Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Charlie Watts und Bill Wyman sollte für die nächsten sieben Jahre Bestand haben.

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