Vanilla Fudge

Vanilla Fudge

war eine US-amerikanische psychedelische Rockband, die zwischen 1967 und 1970 insbesondere mit zeitlich und musikalisch exzessiven Coverversionen auffiel. Zu den Mitgliedern gehörten Keyboarder und Sänger Mark Stein und Bassist Tim Bogert aus Long Island sowie Gitarrist Vince Martell und Schlagzeuger Carmine Appice aus New York. Sie produzierten einige erfolgreiche Singles, ihr größter Hit vom Juni 1968 war eine psychedelische Hard-Rock-Coverversion des Supremes-Songs You Keep Me Hangin‘ On, bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Ein Nachfolgehit, Take Me For A Little While, war ein Cover des Evie Sands-Originals (September 1965) mit sehr ähnlichem Klang, der Text sagte aber das Gegenteil des Titels aus. Produzent mit starkem Einfluss auf die Band war der Pop-Veteran George Morton.

Die große Popularität war bei Vanilla Fudge auf die Jahre 1967 und 1968 beschränkt. Bemerkenswert und unterbewertet ist ihre zweite LP The Beat Goes On, auf der zwei originelle Adaptionen von Beethoven und eine von Mozart zu hören sind sowie eine alptraumhaftete Geschichts-Collage. Mit historischen Stimmen (Truman, Hitler, Chamberlain, Bibel, Churchill) und aktuellen Bezügen (Black Panthers, Vietnam, Weathermen, Acid-Kultur). The Beat Goes On war mit The Velvet Underground & Nico der dramatischste musikalische Ausdruck der jungen „Beat-Generation“ damals.

Vanilla Fudge war die erste bekannte Band, die mit einer dominanten Hammond-Orgel als Markenzeichen auftauchte. Mark Steins lavaartige Keyboardausbrüche beeinflusste in der Folgezeit mehrere Gruppen, deren Popularität länger anhielt als jene von Vanilla Fudge selbst: Deep Purple, The Nice, Emerson, Lake and Palmer, Uriah Heep oder Atomic Rooster. In einem Video-Interview gab Jon Lord zu, dass Deep Purple für ihre Debüt-LP Shades of Deep Purple das Konzept von Vanilla Fudge genau kopierten: Die wuchtige Orgel und kaum mehr wiederzuerkennende Fremdkompositionen, so auch zwei Songs von den Beatles. Die Band löste sich 1970 erstmals auf. Bogert & Appice hatten mit dem Gitarristen Jeff Beck eine Zusammenarbeit vereinbart, die aber nicht eingehalten werden konnte, da Beck aufgrund eines Autounfalls verhindert war. Die bereits abgeschlossenen Verträge wurden durch die Band Cactus erfüllt. Danach folgten mehrere Reunions, die aber jeweils nur von kurzer Dauer waren. Unter anderem entstand dabei das 1984er-Studioalbum Mystery.

1999 kam es zur bisher letzten Reunion. In der Besetzung Carmine Appice (Schlagzeug), Tim Bogert (Bassgitarre), Teddy Rondinelli (E-Gitarre) und Bill Pascali (Keyboards) tourte die Band auch in Europa. Zwei Konzerte davon wurden als limitierte Live-CD veröffentlicht. 2007 wurde eine weitere Live-CD der Deutschlandtour veröffentlicht: Good Good Rockin‘ ? Live @ Rockpalast. Im Juni 2007 veröffentlichte die Band in Originalbesetzung das Album Out Through the In Door, das ausschließlich aus Coverversionen von Songs der Band Led Zeppelin besteht.

 

Discografie:

Albums

Vanilla Fudge

◄ (25 versions)

ATCO Records 1967

Renaissance

◄ (14 versions)

ATCO Records 1968

The Beat Goes On

◄ (11 versions)

ATCO Records 1968

Near The Beginning

◄ (12 versions)

ATCO Records 1969

Rock & Roll

◄ (8 versions)

ATCO Records 1969

Mystery

◄ (5 versions)

ATCO Records 1984

Alive (Back On Stage)

◄ (3 versions)

Castle Communications 1991

The Return

◄ (3 versions)

Hyperspace Records 2001

The Real Deal

(CD, Album)

Crystal Wind Records 2003

Rocks The Universe – Live In Germany 2003 – Part 2

(CD, Album)

Wallbreaker 2003

Then And Now

(CD, Album)

Fuel 2000 2004

Good Good Rockin‘

(CD, Album)

Music Avenue 2007

Out Through The In Door

(CD, Album)

Escapi Music 2007

When Two Worlds Collide

(CD, Album)

Music Avenue, Rokarola 2008

Orchestral Fudge

(CD, Album)

Airline Records 2008

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